KeyMatic IQ KM 300 IQ+ S – Reparaturanleitung

Die Türöffnung zu meinem Fotostudio wird mit einem KeyMatic IQ Türschloss gesteuert.
Leider gab das Türschloss gestern den Geist auf.

Meine Diagnose lautete schnell „Wackelkontakt“. Denn manchmal funktionierte das Teil, manchmal nicht.
Die Statusanzeige schaltete entsprechend auch an und ab.

So entschied ich mich das Gerät zu zerlegen und den Wackelkontakt zu suchen.
Leider erwies sich das Vorhaben wie mit vielen technischen Geräten als mühsam. Im Internet fand ich keine passende Anleitung.
So kam es, dass ich mein Gerät beim öffnen zerstörte, da mal wieder super geniale Ingenieure am Werk waren. Klar wollen sie nicht, dass Jemand das Gerät zerlegt. Aber dann sollen sie das Gerät wenigestens vernünftig bauen. Aber der Verdacht, dass Geräte so gebaut werden dass sie nicht zu lange halten hat sich auch hier wieder bestätigt.

Also für folgende Beschreibung übernehme ich keine Gewähr! Bitte zuerst alles durchlesen bevor Ihr das Gerät öffnet.

Es geht darum die Lötstelle zu finden welche einen Wackelkontakt am KeyMatic verursacht.
Die Chance, dass es einen Wackelkontakt gibt ist hoch. Denn der Batteriekontakt ist starr mit der Printplatte verlötet.
Also gibt es bei jedem Batteriewechsel eine mechanische Belastung auf die Lötstelle. Super gemacht Ingenieure!


Das Geheimnis liegt unter dem Deckel der Drehscheibe. Zuerst muss man den aufgeklebten Deckel der Kunststoffdrehscheibe abheben.
(Meiner ist kaputt weil ich ihn von unten herausgedrückt hatte. Wenn man weiss dass es darunter Schrauben hat, dann löst man ihn natürlich von Aussen am Rand her.)

Die vier darunterliegenden Schrauben müssen entfernt werden. Danach kann man das Drehrad (bei diesem Modell in Blau) abheben.

Auf der Rückseite löst man die mit dem roten Pfeil markierten Schrauben. Gute Produkte haben einen dezenten Pfeil im Gehäuse eingedruckt. So weiss ein Fachmann auch ohne Anleitung welche Schrauben zu lösen sind. Hier ist das aber nicht erwünscht.

Nun kann man den Deckel ohne Kraftaufwand abheben.

(Da ich die vier Schrauben beim Drehrad nicht fand, zerstörte ich beim auseinandernehmen eine Lichtschranke auf dem Print)

So sieht das geöffnete Gerät aus:

Hier eingekreist ist die problematische Lötstelle:

Linker Pfeil: Die Batterielasche die mit einem starren Draht direkt auf die Platine verbunden ist.
An alle Ingenieuere: Ein loser Lizendraht mit Schlaufe würde den mechanischen Druck auf den Print wegnehmen.
Aber das wisst Ihr ja eigentlich selbst.
Rechter Pfeil: Die halbierte Lichtschranke welches die Position des Drehrades kontrolliert.
Wenn Ihr den Deckel des Drehrades abgenommen habt, dann ist die Lichtschranke bei Euch noch ganz. 🙂

Die Batterielasche.
(Hintergrund: Unter dem Batteriekleber hat es keine Schrauben)


Nun also die schadhafte Löststelle neu verlöten, per Sichtkontrolle die restlichen Lötstellen auch überprüfen und dann das Gerät schnell wieder zumachen und montieren.

Ich hoffe mit dieser Kurzbeschreibung dem einen oder anderen den Ärger zu ersparen den ich heute hatte.

Diese Selbstreparatur sollen bitte nur Leute mit den notwendigen Fachkenntnissen durchführen. Im Zweifelsfall eine Fachperson kontaktieren.

Viel Erfolg.

 

 

Hier noch die genaue Modellbezeichnung des dokumentierten Gerätes: Conrad KM 300 IQ+ S