TomTom Go 1000 – Akku selbst ersetzen

Wenn der Akku VF1C im TomTom Go 1000 schlapp macht gibt es nur eine Lösung: Der Akku muss ersetzt werden.

Doch die Ingenieure von TomTom haben sich was spezielles einfallen lassen: Sie haben das Gerät so konstruiert, dass man den Akku ohne das Gerät zu zerlegen gar nicht austauschen kann.
TomTom ist mit dieser Praxis nicht alleine. Apple hat ihre Akkus im iPhone, iPad und co. auch so eingepackt, dass man diese ohne Werkzeug nicht tauschen kann.
Eine doppelte Frechheit wenn man weiss, dass alle Akkus beschränkte Ladezyklen haben. Also nach ein paar Hundert Ladungen sind die meisten Akkus kaputt. Es ist also eine bewusste Strategie der Hersteller, die Akkus nicht tauschbar machen. Dabei kostet ein Akkufachdeckel in der Produktion vermutlich keine 5 Rappen.

Wenn man nach „TomTom Go 1000 Akku“ googlet findet man jedoch einige Online Shops im Ausland, die angeblich einen passenden Akku verkaufen. In der Schweiz habe ich keine Anbieter für das Modell 1000 gefunden.
Kurz entschlossen bestellte ich einen Akku per PayPal in einem Shop, der laut Impressum seinen Sitz in Holland hat.

Tatsächlich traf rund zwei Wochen später ein Couvert per Luftfracht bei mir ein, es war der bestellte Akku.
Nachfolgend eine Fotodokumentation wie ich den Akku ersetzte…

Der Akkuwechsel eignet sich nach meiner Einschätzung nur für Personen mit technischer Erfahrung und dem notwendigen Werkzeug.
WICHTIG: Ich lehne jegliche Haftung ab für entstandene Schäden am Gerät, die auf Grund der Anwendung meiner Fotoanleitung entstanden sind.

Bei einer Schwierigkeitsskala von 1 (Leicht) – 5 (Schwer) würde ich eine 3-4 geben.

Also Los. Das defekte TomTom Gerät liegt bereit:

Bestellungen im Ausland bis ca. 50 Franken sind Steuerfrei.
TIPP: Selbst wenn Du einen zweiten Reserveakku bestellen möchtest, bestelle diesen separat. Sonst könntest Du durch hohe Zollgebühren bestraft werden.
Mich kostete die Bestellung inkl. Versand tatsächlich nur 25.25 Euro resp. rund 30 CHF. Und das für eine Air-Mail Lieferung aus Asien.

Zuerst die Lieferung auspacken und kontrollieren, bevor das Gerät auseinander geschraubt wird.
Wie sich bei meinem Akku später herausstellt, hat der China Akku 100mAh weniger Leistung als der Original.
Der TomTom Original Akku VF1C hat bei 3.7 Volt eine Leistung von 1100mAh. Made in China.
Der Ersatzakku CS-TM100SL ist auch Made in China und hat bei 3.7 Volt nur 1000mAh.
Beide sind Li-Ion Batterien/Akkus.

Jetzt aber wirklich los: Die zwei Kleber an der Unterseite mit einem spitzen Schraubenzieher oder mit einer Messerspitze lösen.
Die Kleber sollen am Schluss wieder an den alten Platz zurück.

Mittels einem Torx TX-6 (andere berichten von TX-4 und TX-5) Schrauber geht es an’s Gehäuse.

Die beiden Torx TX-6 (oder TX-4 / TX-5) Schrauben müssen weg.

Am besten die kleinen Schrauben in ein Behälter legen damit sie nicht verloren gehen.

Zur Sicherheit die SIM Karte aus dem Gerät entfernen.

Auch die SIM Karte zu den Schrauben legen und am Schluss nicht vergessen wieder reinzuschieben.
Sonst gibt es keine Live Verkehrsmeldungen mehr. 🙂

Eine Reparatur ist nur dann wirklich gelungen, wenn keine Rastnasen abgebrochen sind und der Gehäuserand nicht aussieht, wie wenn das Gerät von einer Kuh durchgekaut wurde.
Also vorsichtig Gehäuse aufdrücken und mit einem kleinen Schraubendreher aufhebeln. Das ist einer der schwierigsten Schritte.

Hier braucht es etwas Geduld ein Fingersputzengefühl. Ausser an der Unterseite hat es rundherum Plastiklaschen welche die beiden Gehäusehälften zusammenhalten.
Vorsicht, es hat noch einen speziellen Stecker der das Display mit dem Print verbindet.

Die Laschen befinden sich auf der Displayseite. Also musst Du die Gehäuserückwand vom Display weghebeln, nicht umgekehrt.

Plätzlich lösst sich der Display Deckel vom Printdeckel.
Nun kann der neu erworbene Ersatz Akku mit dem Original Akku verglichen werden. Ich habe den Akku auf den eingebauten drauf gelegt um zu sehen ob die Masse stimmen.

Wenn der Akku passt, vorsichtig die Klebefolie ablösen und den Akku freilegen.

Der Original Akku ist sogar auf der Unterseite angeklebt. Lässt sich aber leicht heraushebeln.

Den Anschlussstecker vom Akku vorsichtig aus der Buchse lösen ohne einen Kurzschluss auszulösen.

Beim Original Akku waren die Kabel unter dem Print durchgeschlauft, so dass ich den Print losschrauben musste.
Bei meinem Ersatzakku sind die Anschlusskabel minimal kürzer, so dass man diese nicht mehr mit dieser Zusatzschlaufe versehen muss.

So sieht das Ganze aus wenn der neue Akku eingebaut ist. Das Kabel einfach am Akku entlang führen.
Die Printplatte wieder festschrauben, sofern sie überhaupt gelöst werden musste.

Nun kann man bereits einen Test machen ob das Gerät wieder funktioniert. Power Knopf ein paar Sekunden drücken bis das TomTom Getrommel ertönt.
Danach das Gerät aber gleich wieder ausschalten.

Nun das Mikrofon wieder reinstöpseln und dann die Deckel vorsichtig zusammenklappen, aber noch nicht einklincken!

Zuerst den Displaystecker (Mitte vom Bild) mit einem kleinen Schraubendreher in die Buchse reindrücken.

Hier ist der Stecker wieder an seinem Platz. Nun kann man das Gehäuse langsam zusammenführen.

NEU: Ergänzender Hinweis zum Displaystecker in separatem Blog >>>

Schön übereinander legen und am Rand herum zusammendrücken.

Die zwei Torx Schrauben wieder reinschrauben. Die Schrsauben gut anziehen aber keine grosse Kraft aufwenden.

SIM Karte richtig reinschieben.

Beide Kleber auf der Gehäuseunterseite aufkleben. Evt. einen kleinen Tropfen Leim verwenden wenn es nicht mehr richtig klebt.

Und so sollte Dein TomTom Go 1000 nach erfolgreichem Akkutausch wieder aussehen.

Wenn alles richtig sitzt, kann das Gerät eingeschaltet werden und der Akku erst mal richtig geladen werden.
Bei den ersten drei Ladungen sollte man den Akku voll laden und wieder voll entladen bevor man das Gerät im Alltag verwendet.

Ich hoffe die Anleitung hilft dem einen oder anderen zu entscheiden, ob er das selbst machen will oder besser nicht.
Es besteht durchaus ein Risiko, dass der Wechsel schief geht und das Gerät dabei Schaden nimmt und nachher nicht mehr richtig läuft.

Ob der Akku seine Arbeit, trotz etwas geringerer Leistung seine Arbeit macht, wird sich in den nächsten tagen und Wochen zeigen.

Und noch mein Tipp an die Firma TomTom. Wenn ihr in 10 Jahren noch auf dem Markt sein wollt, dann versucht etwas Kundenfreundlichere Geräte zu bauen.
Ein Akku muss vom Endkunde in 30 Sekunden getauscht werden können wie es bei Funktelefonen und anderen akkubetriebenen Geräten üblich ist.

Und nun wünsche ich Dir eine gute Reise zum nächsten einprogrammierten Ziel …

 


Links: Original TomTom Go 1000 Akku – Rechts: Ersatzakku zu TomTom Go 1000