DJI Phantom lernt Schlittschuhlaufen

Mitte November montierte ich den Zenmuse H3-D2 Gimbal (Bildstabilisator) an mein DJI Phantom. Leider ging genau zu diesem Zeitpunkt das Display meiner GoPro Hero 3 kaputt. Heute startete ich daher meinen ersten Testflug mit der neuen GoPro 3.

Leider landete das Phantom aus unerklärlichen Gründen auf dem teilweise zugefrorenen Weiher „Chlostergumpen„.

Die ganze Rettungsaktion wurde aus der Sicht des DJI Phantom’s mit der GoPro Hero 3 Black Edition gefilmt …

Zuerst machte ich trotz starkem Wind ein paar Testrunden auf offenen Feldern. Nachdem das ganz gut klappte fuhr ich zum Weiher „Chlostergumpen“ in Embrach. Auch wenn das Wetter keine Hammer-Aufnahmen versprach wollte ich trotzdem ein paar spannende Filmaufnahmen machen für meinen Jungfernflug und Blog Bericht.

Wenn ich über Gewässer fliege setze ich immer einen frisch geladenen Akku ein. Zudem stelle ich am iPhone den Timer auf 7 Minuten. So erinnert mich das iPhone, wann der Akku langsam leer wird.

DJI Phantom mit Zenmuse H3D2

Die erste grosse Runde funktionierte einwandfrei. Nur schaltete ich die GoPro versehentlich in den Einzelfoto Modus. So zeichnete die Kamera genau zwei Bilder auf. Eines beim Start Klick und eines beim Stop Klick. Das habe ich ja super hingekriegt. Die 7 Minuten Flug hätten fantastisches Material abgegeben.

Also nahm ich den Akku Nr. 4 hervor und startete gleich noch einen Flug. Doch kurz nach dem Start wollte das Phantom einfach nicht steigen. Plötzlich flog der Multikopter gefährlich nah über dem Eis. Ich gab vollen Schub nach oben aber es nützte nichts.

DJI Phantom mit Zenmuse H3D2

Aus Angst mein Multikopter könnte im Eis einbrechen gab ich nochmals Vollgas. Nun kippte das DJI Phantom und vorbei war der Spass. Kurz entschlossen ging ich zum Auto und fuhr nach Hause. Den Rettungsplan hatte ich bereits ausgeheckt „Ich hole mir eine Schnur und baue mir einen Hacken. Den werfe ich dann an der Schur zum Phantom.“

DJI Phantom mit Zenmuse H3D2

Nach rund 20 Minuten war ich wieder am Weiher. Karin begleitete mich dabei um mich moralisch zu unterstützen.
Schnell zeigte sich, dass mein Plan in der Praxis nicht so einfach umzusetzen ist wie ich mir das vorstellte.

DJI Phantom mit Zenmuse H3D2

Das ‚Hakenwerfen‘ dauerte über eine halbe Stunde. Da für mich klar war, dass ich die Eisfläche auf keinen Fall betreten werde, nahm ich mir vor nicht aufzugeben bis mein Phantom wieder an Land ist.

DJI Phantom mit Zenmuse H3D2

Nachdem ich die nasse und verknotete Schnur durch eine frische ersetzte, klappte es dann plötzlich…

DJI Phantom mit Zenmuse H3D2

Die Schnur verhakte sich mit dem DJI Phantom. Nun musste ich nur noch vorsichtig an der Schnur ziehen um das Phantom auf keinen Fall zu verlieren. War irgendwie wie fischen, nur viel spannender 🙂 Dass während meiner Rettungsaktion die Kamera immer noch lief war mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar. Auch der Akku vom Phantom hatte zu meiner Überraschung immer noch Strom.

DJI Phantom mit Zenmuse H3D2

Die Erleichterung war gross als ich den Multikopter mit dem Zenmuse Gimbal in den Händen hielt. Zum Glück kriegte die Elektronik praktisch kein Wasser ab.

DJI Phantom mit Zenmuse H3D2

Geschafft. Rund eine Stunde nach meinem missratenen Jungfernflug war der Ärger vorbei und die Anspannung löste sich. Während dieser Zeit war ich praktisch nicht ansprechbar. Gab mir aber Mühe den vielen Spaziergängern freundlich zu erklären was ich da mache.

DJI Phantom mit Zenmuse H3D2

Ich trocknete rasch das Phantom und die GoPro. Der Akku Nr. 4 wird in der nächsten Zeit unter besonderer Beobachtung stehen.

DJI Phantom mit Zenmuse H3D2

Die rund 80 Meter Schnur und ein Meter Draht konnte ich schlussendlich locker unter Verbrauchsmaterial abbuchen. Immerhin rettete ich damit mein fast 2’000 CHF Flugobjekt.

DJI Phantom mit Zenmuse H3D2