Mit dem Airwheel X3 unterwegs – Spass auf einem Rad

Vor über 30 Jahren versuchte ich mehrere Stunden lang mich mit einem Einrad fortzubewegen. Leider Erfolglos.

Die letzten Tage startete ich einen ähnlichen Versuch mit einer wesentlich modernen Form des Einrades. Und ich hatte Erfolg. Am Schluss gibt es noch ein Video zu sehen inkl. kleinem Sturz.

Was ist ein Airwheel?

Airwheel ist ein tief liegendes Einrad ohne Sattel welches durch einen Elektromotor angetrieben wird. Dank eines leistungsfähigen Akkus fährt das Airwheel X3, das kleinste Einrad der Airwheel Serie, mit bis zu 18 km/h. Eine Akkuladung reicht für rund  15-20km. In knapp 90 Minuten ist der Akku komplett aufgeladen.

Aufsteigen als Anfänger

Aufsteigen für Anfänger

 

Wie steuert man das Airwheel?

Dank moderner Elektronik balanciert das Airwheel das Gleichgewicht nach Hinten und Vorne automatisch aus. Dies geschieht mittels einem einfachen Kreiselkompass der die Lage und Bewegung des Einrades erkennt. Für die seitliche Balance ist der Fahrer zuständig. Das Ganze verhält sich in etwa wie ein Fahrrad. Wenn man mal eine gewisse Geschwindigkeit erreicht hat, stabilisiert sich das seitliche Gleichgewicht praktisch von selbst.

Zum aufsteigen stützt man sich zu Beginn am besten irgendwo ab. Nach einer gewissen Zeit geht es auch ohne Hilfe. Sobald man sich etwas nach vorne neigt läuft der Motor kraftvoll an. Die Geschwindigkeit passt sich dabei den Begebenheiten an. Man kann also genauso gut Bergauf anfahren wie auch Bergab. Um so mehr man das Airwheel durch seine Körperhaltung resp. die Füsse nach vorne drückt, um so mehr beschleunigt das Spassgerät. Bei 18 km/h piept das Gerät und beschleunigt nicht mehr weiter. Die Geschwindigkeit bleibt dann konstant. Zum verlangsamen oder bremsen drückt man das Gerät leicht nach hinten. Das geht ganz flott und man sollte zu Beginn nicht zu stark abbremsen. Bleibt man nach dem Stillstand in der Rücklage fährt das Rad gar Rückwärts.

Das Airwheel übersteht auch mal einen Sturz.

Das Airwheel übersteht auch mal einen Sturz.

 

Gefährlich?

Alles was mit einem Motor bewegt wird birgt natürlich so seine Gefahren. So hat es mich während meiner Testphase zweimal ziemlich auf die ‚Schnauze‘ gehauen. Ich bin aber auch nicht der geduldigste. Hatte gerade mal 20 Minuten im Keller geübt. 4 Meter nach vorne und Stopp. Airwheel drehen und wieder 4 Meter zurück und Stopp … Danach zog es mich auf die Strasse. Trotz meiner rüstigen 47 Jahre glaubte ich das Airwheel ohne Stützräder und Schutzmontur voll im Griff zu haben. Und so musste es bald mal scheppern. Wer sich seriös Zeit nimmt und sich langsam an das spezielle Transportfahrzeug gewöhnt wird keine grossen Überraschungen erleben. Ich fühlte mich auf jeden Fall sehr sicher und wagte mich nach kürzester Zeit auf den Asphalt.

Das Einrad sollte laut Empfehlung von Airwheel nur von Jugendlichen ab 15 Jahren gefahren werden. Nach oben gab es keine Altersbegrenzung 🙂

Bis zu 18 km/h schnell ist das 10 kg schwere Einrad

Bis zu 18 km/h schnell ist das 10 kg schwere Einrad

 

Hilfsmittel

Der Hersteller Airwheel stellt für Beginner entsprechende Hilfsmittel zur Verfügung. Einerseits kann man zwei seitliche Stützräder montieren. Damit entfällt zu Beginn der seitliche Balanceakt. Man kann sich somit auf die Vor- und Rückwärtsbewegung konzentrieren.

Als zweites Hilfsmittel wird ein simpler Tragriemen mitgeliefert. Damit kann man sich einerseits besser ans Airwheel ziehen und anderseits bei einem fliegenden Abstieg das Airwheel aufhalten.

Qualität

Sollte man trotzdem mal mit dem Airwheel stürzen ist das weiter nicht so schlimm. Das Fahrzeug ist sehr robust und hält einiges aus. Das habe ich (etwas unfreiwillig) ausgiebig getestet. Die Fussraster bekommen zwar rasch ein paar Schrammen ab und der Kunststoff zeigt nach einem Sturz auch Kampfspuren. Aber in Anbetracht, dass sich das Gerät bei mir mehrmals auf dem Asphalt überschlug sieht man relativ wenig Spuren. Auf Youtube sah ich einige modifizierte Räder von Extremfahrern. Die haben das Gerät mit zusätzlichem Schaumstoff geschützt. Die springen damit aber über 20cm hohe Absätze hoch und runter und fahren auf Kieswegen und sogar auf schneebedeckten Wegen!

Ein Tragriemen hilft am Anfang

Ein Tragriemen hilft am Anfang

 

Tipp

Meine Learnings von meinen Testfahrten:
– Stützräder oder zumindest Halteriemen zu Beginn benutzen
– Schutzmontur, wie man es von Inline Skatern kennt, anziehen
– Wenn vorhanden, auf einem Sportplatz mit gummierten Boden üben
– Luftdruck prüfen, Rad mit 2.8-3.4 Bar aufpumpen

Kaufen

Das Airwheel X3 (Weiss oder Schwarz) bekommt man bei Galaxus für 899.-

Etwas Balancegefühl braucht es schon

Etwas Balancegefühl braucht es schon

 

Eine Runde mit dem Airwheel drehen

Die folgenden Filmsequenzen stammen von zwei unterschiedlichen Ausflügen. Die 30er Zonen in Lufingen eigneten sich bestens für meine ersten Versuche. Einmal montierte ich die GoPro Hero 3 Black Edition mittels Saugnapf und Schwanenhals direkt am Airwheel. Wegen dem Schwanenhals wackelt das Bild ziemlich stark. Auf der zweiten Runde montierte ich die GoPro an eine Metallleiste, also quasi ein selbstgebauter Selfistick für die GoPro. Das Ganze habe ich mit Final Cut Pro X zusammen geschnitten und vertont. Auf eine Bildstabilisierung verzichtete ich bewusst, da es am Airwheel ja effektiv etwas vibriert.

 

Fazit

Vielen Dank an Galaxus.ch für die Leihgabe des Testgerätes.

Das Airwheel macht extrem viel Spass. Nach etwas Übung steht man ganz locker auf dem Einrad. Es eignet sich für den Stadtgebrauch ebenso wie für ausgiebige Landausfahrten. Dank der hohen Reichweite von bis zu 20 km kann man auch mal eine grössere Runde drehen. Das Airwheel ist nur spritzwasserfest und sollte nicht bei Regen gefahren werden. Verglichen mit den gescheiterten Einrad Fahrversuchen vor 30 Jahren macht das Airwheel wesentlich mehr Spass. Das fahren ist einfacher und schneller zu erlernen was den Spass nochmals wesentlich steigert.

Eine coole Sache und eine originelle Geschenkidee für Leute die was besonderes suchen!