Telefonterror: Besitzer der Tel. Nr. 071 314 84 11 angezeigt

Soeben hat sich der Betreiber der Telefon Nummer 071 314 84 11 eine Anzeige von mir ‚verdient‘.

Warum?

Dieses als Call Center registrierte Unternehmen hat mich vor wenigen Minuten angerufen. Obwohl ich den Anruf entgegen nahm, unterbrach der Anrufer das Gespräch nach ca. 3 Sekunden, ohne etwas zu sagen.

Wo liegt das Problem?

Einerseits habe ich einen Stern Eintrag im offiziellen Telefonverzeichnis. Damit kennzeichne ich offiziell, dass ich von keinen Werbeanrufen belästigt werden will.

Missachtet ein Werbeunternehmen/Call Center den Sterneintrag im Telefonbuch wird gegen das Bundesgesetz (Bundesgesetzt gegen unlauteren Wettbewerb UWG) gem. Artikel 3 Absatz 1u verstossen.
Ausgenommen, man steht bereits in einem Geschäftsverhältnis des Anbieters, dann darf Sie der Anbieter unter Umständen zwecks Werbung anrufen.

Als zweites sind sogenannte „predictive Calls“ in der Schweiz ebenfalls verboten.
Zitat Leadtool: < Vom Gesetz her nicht erlaubt 
Um die Effizienz (möglichst viele Befragungen pro Mitarbeiter) und schlussendlich den Umsatz bei Callcenter zu verbessern, werden oft Computerprogramme eingesetzt. Diese berechnen automatisch, wann der nächste Auftrag ausgelöst werden muss, damit die Callcenter-Mitarbeiter möglichst ausgelastet sind und möglichst viele Aufträge ausführen können. Um beim Rufaufbau keine Zeit zu verlieren, wählt sich die Software noch während der laufenden Aufträge ein. So kann es vorkommen, dass Sie zu Hause das Telefon abnehmen und gleichzeitig der Anruf beendet wird. Dies liegt daran, weil zu diesem Zeitpunkt für diesen Auftrag keine freien Mitarbeiter der Callcenter vorhanden sind. Somit fällt diese sogenannte Predictive Dialing Methode unter Massenwerbung (ähnlich wie Spam-Mail) und ist in der Schweiz verboten.“ > Zitat Ende

Natürlich ist der Anrufer mit der Kennung 071 314 84 11 längst nicht der einzige Betreiber welcher sich um jegliche Gesetzte zu scheren scheint. Die Liste solcher Anrufer ist lang und ich verzeige möglichst viele, die den Sterneintrag missachten und alle die predictive Calls tätigen.

Wie geht das?

Im Gegensatz zu einer klassischen Klage funktioniert das ganz einfach über ein Meldeformular. Sobald genügend Meldungen eingegangen sind wird im Interesse der Melder eine Sammelklage eingereicht. Einzige Bedingung: Man muss sich die 3 Minuten Zeit nehmen und den Vorfall melden. Also unbedingt die Anrufernummer und die Zeit des Anrufes resp. der Anrufe notieren und im Formular angeben. Sollte jemand am anderen Ende der Leitung sprechen, nur nach Firma und Name fragen und diese notieren. Auf keinen Fall irgend welche Unterlagen zustellen lassen. Im Beobachter wurde ganz aktuell wieder über einen Fall berichtet, wo ohne Auftrag gleich kostenpflichtige Gutscheine zugestellt wurden. Mit unangenehmen Folgen; man bekommt Mahnungen, Betreibungen und viel Ärger obendrein!

Wo kann man das melden?

Ich kenne drei Meldestellen wo man diese Vergehen melden kann:

SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft) Online-Formular: Beschwerde wegen Werbeanrufe trotz Sterneintrag

Unlautere Geschäftspraktiken: Elektronische Beschwerde aufgeben:  „Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen (SKS, acsi und FRC)“

Comparis: Missbräuche des Sterneintrags melden

Auch noch spannend: Wenn man das Unternehmen (er)kennt kann man bei beschwerdeleicht.ch eine direkt gerichtete Beschwerde einreichen.

Fazit

Trotz einer klaren Gesetzgebung lassen sich sehr viele Call Center Betreiber im In- und Ausland davon nicht beeindrucken. Werden drei Call Center geschlossen, gehen zur gleichen Zeit fünf neue auf. Gleichzeitig werden alle Call Center Betreiber die sich an das Gesetz halten und seriös arbeiten in Verruf gezogen. Dadurch werden leider auch viele Arbeitsstellen gefährdet.

Resignieren ist der falsche Weg: Ich höre oft; „Das nützt ja sowieso nichts“. Doch genau darum machen die Gesetzesbrecher unverhohlen weiter. Es ist wie mit dem Unkraut im Rasen, nur wer fleissig das Unkraut bekämpft wird mit einem ’sauberen‘ Rasen belohnt. Und so soll Jede und Jeder der sich durch unerlaubte Werbeanrufe, durch Missachtung des Sterneintrages oder durch aggressive Verkaufspraktiken usw. gestört fühlt auch unbedingt handeln. Natürlich hören die Werbeanrufe nicht von Heute auf morgen auf. Aber jede Ahndung und Verurteilung ist ein kleiner Erfolg an dem sich alle beteiligen können.

Es wäre auch an der Zeit, dass sich unsere Politiker der Sache annehmen. Da offensichtlich das Gesetz mit den Füssen getreten wird, muss man weitere Massnahmen ergreifen. Die Lösung wäre denn auch so einfach…

Die Lösung

In meinem Blog erhalte ich bis zu 30’000 Werbe- Spameinträge pro Monat!!! Doch davon merken meine treuen Leserinnen und Leser nichts. Denn ein weltweites Netz eines Spamfilters verhindert das, mit Hilfe zehntausender Blogger. Sobald ein Spameintrag erkannt wird, klicken die Blogger auf „Spam melden“. Sind genügende Meldungen eingetroffen (um Missbrauch und versehentliche Sperrungen zu vermeiden) werden die Spameinträge Weltweit vollautomatisch gesperrt. Dies wäre beim Telefon genau gleich zu lösen und überhaupt kein Problem. Nur müssten dazu die Telecombetreiber mitmachen. Da diese jedoch Unsummen von Geld verdienen an diesen illegalen Werbeanrufen und „predictive Calls“ sind sie an einer solchen Lösung überhaupt nicht interessiert. Somit kann einmal mehr nur ein Gesetz die Telefondienstleister zu dieser Lösung ‚zwingen‘. Schade, aber Kommerz geht halt vor.