Multikopter (Drohnen) Warn- und Abwehrsysteme

Die Herstellung von Drohen für Hobby- und professionelle Anwendungen hat sich längstens zu einem Multimillionen Markt entwickelt. Parallel dazu gibt es einen Markt für Drohnenerkennung und Abwehr.

Die deutsche Firma Dedrone entwickelt seit 2014 ein Drohnenerkennungs- und Warnsystem. Auf die Idee kamen die Gründer nach dem bekannten ‚Drohnenangriff‘ im Jahre 2013, auf die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Seit kurzem liefert das StartUp Unternehmen ihren DroneTracker serienmässig aus.

Dedrone - Drohnenerkennungssystem

Bildquelle: www.dedrone.com

 

Wie funktioniert das System?

Mittels drei unterschiedlichen Erkennungssystemen sollen unerwünschte Annäherungen von Drohnen (Multikopter) erkannt und gemeldet werden.

  1. Audio / Ultraschall
    Drohnen haben alle ähnliche akustische Geräusch-Emissionen. Man nennt es auch das ‚Surren wie bei einem Bienenschwarm‘. Ein Helikopter tönt verglichen mit Drohnen komplett anders. So kann das System die Flugobjekte klassifizieren.
  2. Video
    Als zweites Erkennungssystem werden optische Sensoren eingesetzt. Die meisten Drohnen haben eine ähnliche Grösse. Zudem haben sie ein erkennbares Flugverhalten welches sich z.B. von Vögeln usw. deutlich unterscheiden.
  3. Infrarot Sensoren
    Und zu guter letzt kann das System mit Hilfe einer Infrarot Erweiterung auch Nachts ’sehen‘.

Das Prinzip ist sehr einfach aber effizient gehalten. Natürlich kann das Gerät mittels Updates immer an die neusten Gegebenheiten angepasst werden. Multikopter werden sich in den nächsten Jahren laufend weiter entwickeln und verändern. Mittels einem Abo kann man das System in drei Reaktionsstufen (24 Std. / 12 Std. oder 6 Std.) online aktualisieren lassen.

Dedrone - Drohnen Gefahrenerkennung

Bildquelle: www.dedrone.com

 

Wer benötigt so ein Drohnen-Erkennungssystem?

Um ein Gebäude oder Gelände zu überwachen benötigt es ein Netz von mehreren DroneTracker. So kann man z.B. ein Gefängnis, ein Elektrizitätswerk oder auch die private Villa überwacht werden. Botschaften, Flughafengelände, Kernkraftwerke und viele weitere Einrichtungen gehören wohl ebenfalls zu den Zielgruppen der Firma Dedrone.

Was kostet so ein Warnsystem?

Eine Preisliste findet man natürlich nicht auf der Webseite von Dedrone. Doch im Internet fand ich Berichte wo die Rede war von „ab 25’000 Euro“. Dazu kommen noch die Kosten für das Abo für die Aktualisierungen.  Dieses Abo ist meines Erachtens keine Option sondern ein Muss, damit die Anlage überhaupt Sinn macht.

Was bringt so ein Drohnenerkennungs-System?

Gerade z.B. in einem Gefängnis kann es sehr hilfreich sein, wenn man einen Drohnenüberflug rechtzeitig erkennt. So kann man z.B. erkennen ob z.B. Drogen oder gar Waffen über dem Gefängnisareal abgeworfen werden. Ohne elektronisches Warnsystem ist es nicht möglich 7*24 Std. einen allfälligen Überflug jederzeit zu erkennen.
Eine weitere Anwendung könnte die Erkennung von geplanten Guerilla Aktionen durch radikale Organisationen sein. Solche Organisationen stören nicht nur den Betrieb sondern können durchaus auch eine Gefährdung sein.

Das unerwünschte resp. unerlaubte Eindringen wird übrigens aufgezeichnet. So kann man auch nachträglich Rückschlüsse über das illegale Eindringen ziehen.

Dedrone - Beweisaufzeichnung

Bildquelle: www.dedrone.com

 

Vor- und Nachteile

Ein grosser Vorteil des DroneTrackers ist, dass er unbemannte Flugobjekte nur erkennt und nicht z.B. eliminiert (Schussanlage usw.). Damit ist ein solches System wohl überall problemlos installierbar. Es wird vermutlich nicht mal eine Bewilligung oder ähnliches benötigen. Einzig Datenschützer könnten, mal wieder einmal mehr, ihre Bedenken äussern weil das System ja Videoaufnahmen machen kann.

Der grosse Nachteil bei diesem System liegt auf der Hand. Solange die Drohne sich in der Luft befindet kann man sie fast nicht stoppen. Abschiessen ist ganz klar verboten. Wir sind je nicht in Amerika. Somit benötigt es ein gutes Konzept wie man vor geht wenn man eine Drohne erkannt hat.

Fazit

Traurig, dass es solche Erkennungs- und Warnsysteme überhaupt benötigt. Aber der Bedarf ist ganz klar vorhanden und so lange der Drohnenmarkt weiter wächst wird sich auch der Drohnenerkennungs- und Abwehrmarkt weiter entwickeln. Solche Erkennung- und Abwehrsysteme werden in den nächsten Jahren massiv weiter entwickelt und auf die Erkennung der neusten Drohnenmodelle optimiert.

Auf Grund der hohen Kosten eines solchen Systems wird der DroneTracker wohl nur an Sicherheitsrelevanten Objekten installiert. Das macht durchaus Sinn und bedeutet für ernsthafte Hobby-Drohnenpiloten überhaupt kein Problem. Wer sein Hobby seriös betreibt wird kaum sicherheitskritische Anlagen und Gebäude überfliegen. Gerade für Gefängnisse oder Kernkraftwerke machen solche Einrichtungen absolut Sinn um sich vor den ‚Bösen‘ zu schützen.

Für uns Hobby Drohnen Piloten werden in Zukunft jedoch böswillige ‚Drohnenkiller‘ ein Problem werden. Leider gibt es Leute die haben eine Drohnen Psychose. Und so wird es Drohnenjäger geben welche aus Spass Drohnen manipulieren und abstürzen lassen werden. Das wird dann nicht nur teuer sondern kann für unbeteiligte auch sehr gefährlich werden. Im Bereich der autonom fahrenden Autos gibt es bereits solche Attacken.

Informations- und Bilderquelle: Webseite von Dedrone Deutschland – http://www.dedrone.com

 

Weitere Informationen zum Thema Drohnenabwehr

Es gibt bereits unzählige solcher Warn- und Abwehrsysteme mit den unterschiedlichsten Leistungsdaten und Funktionsumfang. Hier ein paar Links die ich auf die Schnelle zum Thema gefunden habe.

DroneShield

Drohnenabwehr mit Lasertechnik

Drohnenabwehr System von NEC / Weiterer Bericht über das NEC System

Typisch Amis: Drohnenabwehr-Gewehr das nicht schiesst

Drohnenabwehr ‚Gerät‘ für 1.7 Mio Euro

Drohnenabwehr für Bastler

Gescheitertes Kickstarter Projekt – Drohnenabwehr